Am 15.01.2026 verstarb eine Person im freien Skiraum im Pistennahbereich des Skigebietes Silvretta Arena durch einen Lawinenabgang. Es handelte sich um eine mittelgroße Schneebrettlawine, die sich im sehr steilen Gelände löste. Unfallkausal war ein ausgeprägtes Altschneeproblem.
Das Lawinenunglück bestätigt die weiterhin gebietsweise sehr störanfällige Schneedecke.
Unfallhergang
Gestern am 15.01.2026 verließ eine Person von der Pardatschgratbahn im Skigebiet Silvretta Arena kommend die rot markierte Piste Nr. 7 und fuhr in den freien Skiraum ein. Dort löste sich eine mittelgroße Schneebrettlawine, welche die Person total verschüttete. Der Lawinenabgang wurde offensichtlich von niemandem beobachtet. Als die Person am 16.01. nicht in ihrer Unterkunft zum Frühstück auftauchte, wurde eine Vermisstenanzeige aufgegeben.
Im Rahmen eines Such- und Rettungseinsatzes konnte das Suchgebiet auf den Bereich des Skigebietes Silvretta Arena eingegrenzt werden. Dort wurde die Lawine am Vormittag entdeckt. Bald darauf konnte die bereits verstorbene Person ausgegraben werden. Erleichtert wurde das Auffinden der Person durch einen teilweise aus der Lawine herausragenden Skistock, auch deshalb weil die Person keine Lawinennotfallausrüstung bei sich hatte.
Die Lawine
Die Lawine löste sich im Velilltal westlich des Bürkelkopfs in der Samnaungruppe in einem extrem steilen Nordhang auf etwa 2500m Seehöhe. Bei der Lawine handelt es sich um eine mittelgroße, 95m lange und 60m breite Schneebrettlawine mit einer Anrissmächtigkeit zwischen etwa 20cm und 60cm. Der Lawinenhang wurde zumindest im pistennäheren Bereich zuvor schon mehrfach befahren. Die Lawine stoppte ca. 20m vor der Piste.




Die Schneedecke
Ins aktuelle Bild passend, zeigte sich auch bei diesem Lawinenunfall, dass die Schneedecke weiterhin sehr störanfällig ist. Der seit vergangenem Donnerstag, den 08.01. 2026 unter zeitweise starkem Windeinfluss gefallene Schnee bildet das Brett, darunter findet man ausgeprägte Schwachschichten aus kantigen Kristallen und Bechherkristallen (unterhalb der noch feststellbaren Regenkruste vom 08.12.2025. Bei unseren Stabilitätsuntersuchungen lösten sich Schneeblöcke entweder bereits beim Ausschneiden oder aber bei leichtem Klopfen.


Lawinenabgänge im Nahbereich
Wir waren zufällig am Unfalltag, den 15.01. in der Silvretta und in der Samnaungruppe unterwegs und benützten u.a. auch die Pardatschgratbahn als Aufstiegshilfe. Während der Auffahrt fielen uns einige Lawinenabgänge unterhalb der Bahn auf, die offensichtlich von WintersportlerInnen ausgelöst wurden.

