Pünktlich zu Heiligabend fielen die Temperaturen auf winterliches Niveau, in Osttirol schneite bis in Tallagen. Auf den Bergen kamen dort rund 10 bis 20cm hinzu, in Nordtirol so gut wie nichts. Mit dem straffen Ostwind entstanden stellenweise Triebschneeansammlungen, vor allem in den Regionen mit Neuschnee. Sie sind in den meisten Fällen nur klein, können aber in ungünstigem Gelände ausreichen, um einen Absturz mit möglicher Verletzungsfolge zu provozieren. Abseits der Pisten bleiben die skifahrerischen Bedingungen weiterhin recht miserabel.
Aktuelle Situation
Weiße Weihnachten in Osttirol
Am Heiligabend schneite es in Osttirol bis ins Lienzer Becken. Möglich machte dies das Zusammenspiel aus kalter Luft aus dem Osten und feuchten Luftmassen aus dem Mittelmeerraum. Von ergiebigen Neuschneefällen können wir zwar nicht berichten , doch angesichts der aktuellen Schneelage freuen wir uns auch über kleine Zuwächse.
Im südlichen Osttirol fielen 10 bis 20cm Neuschnee, nach Norden hin wurden die Mengen geringer. Begleitet wurde der Schneefall von teils starkem Wind aus östlichen Richtungen.





Auswirkungen auf die Lawinengefahr
Auf den Bergen Osttirols wurde der lockere Neuschnee vom Wind verfrachtet. Es bildeten sich frische Triebschneeansammlungen. An Schattenhängen in der Höhe wurden diese auf der kantig aufgebauten, geringmächtigen Altschneedecke abgelagert, an Sonnenhängen hingegen fiel der Neuschnee oft auf aperen Boden. Die derzeit relevanten Gefahrenbereiche konzentrieren sich daher auf ebendiese nordexponierten Hanglagen, wo im sehr steilen Gelände kleine Triebschneepakete stellenweise ausgelöst werden können. Bei strahlend blauem Himmel und bester Sicht sind sie gut zu erkennen und können so gemieden werden. Gefährlich werden können solche kleinen Triebschneepakete vor allem im absturzgefährdeten Gelände.
In Nordtirol hat sich im Vergleich zur Vorwoche wenig verändert: die Lawinengefahr bleibt gering. Mit dem böigen, teils starken Südostwind entstanden oberhalb von rund 2600m vereinzelt kleine, störanfällige Triebschneepakete an Schattenhängen hinter Geländekanten. Schneebrettlawinen im Altschnee können derzeit kaum mehr ausgelöst werden – das Schneebrett hat sich mit dem Schönwetter kantig aufgebaut, sodass sich Brüche nur noch schlecht fortpflanzen können.


Weitere Entwicklung
Der Schneemangel setzt weiterhin klare Grenzen und auch der Neuschnee in Osttirol bietet aktuell mehr Genuss fürs Auge als für die Ski. Zumindest bis Ende des Jahres ändert sich an dieser Situation nichts. Über das Wochenende hinweg steht uns Postkartenwetter mit milden Temperaturen bevor.
Richtung Jahreswechsel sinken die Temperaturen allerdings wieder spürbar, und zu Beginn des neuen Jahres deutet sich sogar eine mögliche Wetterumstellung mit Neuschneefall an. Langzeitprognosen ist nie zu trauen, aber hoffen ist erlaubt!




Das Team des Lawinenwarndienstes des Landes Tirol wünscht frohe Weihnachten und erholsame Feiertage!
